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  #1 (permalink)
Alt 29.04.2007, 21:40
FallinStars
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Standard Ausgrenzung aus der Gesellschaft

HI, hab seit kurzem mit meiner 1. Freundin Schluss, die sich als lesbisch definiert...

Mir is in der Zeit der Beziehung was aufgefallen, wozu ich mal gerne eure Erfahrung/Einschätzungen hören würde...

Hab im Verlaufe der Beziehung zunehmend festgestellt, dass sie sich iwo total aus der sog. „Gesellschaft“, also auf dem öffentlichen Leben ausgegrenzt hat und das absichtlich.

Sie hatte fast nur Homofreunde, ist nur in Homoclubs gegangen und hatte sons außerhalb wenig mit „anderen“ Leuten zu tun. Bei ihren Freundinnen, die auch alle les. sind, das Selbe...

Fand ich alles bisschen merkwürdig, sie meinte nur dazu „hat sich halt so ergeben“.

Soll jetz auf keinen Fall ein Klischeethread draus werden aber habt ihr das auch schon öfters beobachtet oder ist das vlt. bei euch selbst so?!

Wo liegen die Gründe dafür? Und ist das nicht eher kontraproduktiv und schafft zunehmend einen Spalt zwischen Homos und Heteros?!

Ich meine, wenn man sich so von der Gesellschaft ausgrenzt, wie sollen dann die Leute Tolleranz lernen und vor allem, warum sollten sie Klischees in Frage stellen, wenn sie keine „Gegenbeispiele“ kennen?
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"Alles wird am Ende gut. Ist es das nicht, so ist es auch nicht das Ende."
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  #2 (permalink)
Alt 29.04.2007, 22:48
pinkjulie85
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Hi Fallinstars - endlich mal nen interessantes Thema ;-)

Also erst einmal was meine Freundin (eher lesbisch) und mich (bi) betrifft, kann ich das nicht bestätigen. In meinem Freundeskreis sind es fast ausschließlich nur Heteros und bei meiner Freundin ist das ziemlich gemischt.
Ich denke mal das liegt auch zum Großteil daran, in wie weit sich ein Freundeskreis so mit der Zeit verändert/entwickelt. Die meisten Freunde kenn ich schon ganz lange bevor ich gemerkt hab, dass ich auch auf Frauen stehe, sodass höchstens ein paar Leute dazugekommen sind, die aus dieser Szene kommen. Durch Szenebars und der gleichen lernt man dann ja mehr und mehr "Gleichgesinnte" kennen und fühlt sich möglicherweise auch mehr von denen verstanden, dass dadurch auch eine Art Umorientierung für mich erklärbar wär.
Könnt mir vorstellen, dass es in gewisser Weise davon abhängt, wie stark man in der Szene drin ist. Meine Freundin und ich sind es eigentlich nicht so, vielleicht ist deshalb bei uns noch so sehr der Freundeskreis aus der "Jugend" *lach* - von früher halt - vorhanden.

Zum Zweiten Aspekt - Kontraproduktivität - muss ich sagen, dass ich irgendwie beide Seiten verstehen kann. Es ist sicherlich gut, dass es Szenelokale gibt, um "Gleichgesinnte" leichter kennenzulernen, mit welcher Absicht ob Freundschaft oder Partnerschaft ist dabei ja völlig egal. Nur hat es schon nen bißchen ne Abgrenzungwirkung auf mich. Ich persönlich finde es viel besser, wenn alle bunt durcheinander und vor allem miteinanderer feiern, um mal mein Beispiel beizubehalten. Dafür muss aber, wie du schon sagst, Toleranz noch viel mehr von der Gesellschaft gelernt werden sowohl auf Seiten der Heteros als auch bei einigen Homos. Denn es gibt meiner Meinung nach noch viel zu wenig dieses Miteinander-Gefühl.
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  #3 (permalink)
Alt 29.04.2007, 23:42
FallinStars
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@ Pinkjulie85: Selber hi :P *g*!

Zitat:
Zitat von pinkjulie85
Ich denke mal das liegt auch zum Großteil daran, in wie weit sich ein Freundeskreis so mit der Zeit verändert/entwickelt. Die meisten Freunde kenn ich schon ganz lange bevor ich gemerkt hab, dass ich auch auf Frauen stehe

Dito..., man verlässt ja nicht seinen Freundeskreis, nur weil man merkt, dass man bi/les. is...

Zitat:
Zitat von pinkjulie85
Durch Szenebars und der gleichen lernt man dann ja mehr und mehr "Gleichgesinnte" kennen und fühlt sich möglicherweise auch mehr von denen verstanden, dass dadurch auch eine Art Umorientierung für mich erklärbar wär.

Ja, denk is bestimmt ein Grund dafür, ganz egal ob man jetz auf Partnersuche oder nicht is... Is halt ein angenehmes Gefühl, zu wissen, dass da Leutz sind, denen es wohl genauso geht

Besonders wenn man ne Freundin hat, kann ich’s verstehen, wenn man zusammen in Szenebars geht, erregt man nicht so viel Aufmerksamkeit, wird nicht dumm angeguckt und falls man nicht out ist, muss man sich nicht andauernd verstecken.

Und wenn man Freunde aus der Szene hat, die nur in Szenelokale reingehen, geht man ja auch dann mit denen dahin.

Aber meinte eigentlich auch gar nicht zu sehr Weggehen, da liegen die Gründe ja relativ gut auf der Hand, sondern auch so im Allgemeinen. Keine Vereine, nicht nur meist homo/bi Freunde, sondern auch so wenig Kontakt außerhalb der Szene...

Mir fallen jetz keine guten Bsp. dafür ein aber so aufs ganze Umfeld bezogen halt...

Zitat:
Zitat von pinkjulie85
Zum Zweiten Aspekt - Kontraproduktivität - muss ich sagen, dass ich irgendwie beide Seiten verstehen kann.

Verstehen tu ich’s auch aber nachvollziehen kann ich’s halt nicht so recht
Aber auch wenn ich’s nicht nachvollziehen kann, kreide das niemandem an.... möchte nur gerne die Gründe und Hintergründe verstehen, vlt. die Geschichten hörn, die dahinterstehn, ums vlt. mal nachvollziehen zu können ;-)

Denk mal gibt oft Punkte, wo vlt. auch von der anderen Seite aus (hetero) Abstand gehalten wird...
Glaub viele les./bi Frauen, haben mayb auch schlechte Erfahrungen gemacht... und grenzen sich deshalb bewusst ab????

Kann mir gut vorstellen, dass das nicht für jeden so ganz einfach ist... Man bei manchen Personengruppen evt. auf starke Ablehnung stößt und es sehr anstrengend sein kann, da immer dagegen zu halten.

... aber bin halt iwo Idealistin und denk, dass man (egal in welcher Form) auch was dafür tun kann, dass sich das iwann mal vlt. ein Stückchen verbessert.

Würd mir jetz auch kein Schild umhängen, jedem sagen, dass ich nicht hetero bin und überall in der Öffentlichkeit zur Schau stellen, wenn ich eine Partnerin habe (übertrieben ausgedrückt) aber manchmal kann man auch mit kleinen Dingen schon sehr viel bewirken...

Zitat:
Zitat von pinkjulie85
Nur hat es schon nen bißchen ne Abgrenzungwirkung auf mich. Ich persönlich finde es viel besser, wenn alle bunt durcheinander und vor allem miteinanderer feiern, um mal mein Beispiel beizubehalten.

Jep, auch wenn’s vlt. utopisch is aber wünschenswert/schön fänd ich’s jedenfalls
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Alt 30.04.2007, 01:35
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Die Ausgrenzung geschieht vermutlich noch nicht einmal bewusst sondern einfach im Laufe der Zeit, weil man sich unter seinesgleichen (was für eine blöde Beschreibung - sorry) wohler fühlt und nicht von anderen (Heterosexuellen) angestarrt wird. Teilweise sind diese Blicke nicht gerade förderlich, sondern lassen einen fühlen, als ist man ein "Alien". Einen Menschen kann man nicht auf seine Sexualität reduzieren, aber leider geschieht das noch immer. Und solange keine Toleranz herrscht, wird es immer wieder zu den Ausgrenzungen kommen.
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Alt 30.04.2007, 11:30
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Bei mir ist es ziemlich halbe-halbe
Also halb-hetero, halb homo/bi.
Was ich sehr lustig finde, dass ich keine von meinen Freundinnen in Szeneorten kennengelernt habe. Ist also der reine Zufall, dass viele meiner Freundinnen bi/lesbisch sind. Hmm... vielleicht war es auch unbewusste Anziehung? Wer weiß...
Aber ich habe erst die Menschen kennengelernt, bevor wir gegenseitig etwas von unserer Neigung wussten.


Zur Ausgrenzung:
Ich brauche es nciht, mich nur von bi/homos zu umgeben, da für mich an erster Stelle der Mensch steht. Und ich Freundinnen habe , egal ob lesbisch oder nciht, von denen ich mich verstanden fühle. Somit brauche ich keine "extra-Bestätigung" in Kneipen.
Trotzdem würde ich gerne öfter mal in eine Szenelokalität gehen, um mich noch mehr damit auseinandersetzen zu können, da ich noch in der "selbstfindungsphase" bin, oder wie auch immer man es nennen will.
Das Problem: ich leb in nem Kuhdorf... Das Hinkommen fällt dann schon etwas schwerer...
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  #6 (permalink)
Alt 01.05.2007, 21:19
Mademoiselle Poulain
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Ca. 90% meiner Freunde (und leuten in meiner engeren Umgebung ) sind Heten.
Sie akzeptieren mich und finden es teilweise sogar toll,
aber manchmal wäre es mir wirklich lieber, mit homos abzuhängen, da mich die weiblichen (auch teilweise männlichen) freunde immernoch oft doof angucken, wenn ich plötzlich anfang von Mädelz rumzuschwärmen.. bis ihnen wieder einfällt, dass ich homo bin
ist irgendwie oft belastend,
trotz aller Toleranz und Unterstützung noch als Art "Exotischer Vogel in nem Glaskäfig" betrachtet zu werden..
naja.. scheiß kleinstädte eben
__________________
Revolution Girl Style Now
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  #7 (permalink)
Alt 03.05.2007, 19:07
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Zitat:
Zitat von nyx
Die Ausgrenzung geschieht vermutlich noch nicht einmal bewusst sondern einfach im Laufe der Zeit, weil man sich unter seinesgleichen (was für eine blöde Beschreibung - sorry) wohler fühlt und nicht von anderen (Heterosexuellen) angestarrt wird.


Hab jetz selber die Erfahrung noch nicht gemacht/machen müssen aber kann ich mir gut vorstellen, dass einem die Blicke nach der Zeit echt auf den Keks gehen und man sich in „anderer“ Gesellschaft (doof ausgedrückt, find keine anderen Worte, nich zu ernst nehmen) wohler fühlt.

Zitat:
Zitat von Mademoiselle Poulain
Ca. 90% meiner Freunde (und leuten in meiner engeren Umgebung ) sind Heten.
Sie akzeptieren mich und finden es teilweise sogar toll,
aber manchmal wäre es mir wirklich lieber, mit homos abzuhängen

Dito :-)


Je nachdem kann es schon ganz schön sein, wenn man Leute kennt/Freunde hat, die auch homo/bi sind...
Hab ja seit paar Monaten mit meiner Freundin Schluss und muss sagen, dass ich mich von meinen Freunden (alle in Heterobeziehungen und noch nie ne Homo-Beziehung gehabt), oft iwo unverstanden gefühlt hab... Lag nicht an ihnen sondern einfach daran, dass sie sich iwo nicht in meine Situation hineinversetzen konnten und noch nie ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Hatten/ haben zwar alle schon mehrere/eine Beziehung aber das war doch was Anderes....


Zitat:
Zitat von Kotori
Hmm... vielleicht war es auch unbewusste Anziehung? Wer weiß...
Aber ich habe erst die Menschen kennengelernt, bevor wir gegenseitig etwas von unserer Neigung wussten.

Hmm... kann sein aber glaub nicht das es nur darauf bezogen ist, sondern wie sagt man doch so schön: „Gleiches zieht sich an“... d. h. eher offene Menschen sind meistens mit Menschen befreundet, die auch relativ offen sind. Ich meine man findet so in seinem Freundeskreis ja doch meistens ähnliche Charakterzüge, Lebenseinstellungen und Interessen...iwo findet sich da doch meist ein gemeinsamer Nenner.

Zitat:
Zitat von Kotori
Ich brauche es nciht, mich nur von bi/homos zu umgeben, da für mich an erster Stelle der Mensch steht.

Ja klar, so war das auch nicht gemeint...

Zitat:
Zitat von Kotori
Trotzdem würde ich gerne öfter mal in eine Szenelokalität gehen, um mich noch mehr damit auseinandersetzen zu können (...)

Das Problem: ich leb in nem Kuhdorf... Das Hinkommen fällt dann schon etwas schwerer...

Kuhdorf? RLP? *scherz*. Ja, geht mir da ähnlich, muss da zwar jetz nich unbedingt hin aber manchmal denke ich schon, dass ganz cool wäre...
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  #8 (permalink)
Alt 11.05.2007, 18:48
Apple_Blossom
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stimmt schon,dass es ein wenig kontraproduktiv ist,wenn homo's mit homo's abhängen und heten mit heten!grade,weil so noch mehr vorurteile und klischees aufkommen!also ich bin lesbisch,aber hab vile heten als freunde und freundinen!naja,mein bester freund ist hete und der freund meiner freundin ist homo und sie hängt verbringt glaub ich auch die meiste zeit mit heten!also ich glaube nicht,dass es in eine heten-und homogesellschaft mutiert,aber es könnten einzelne gruppen entstehen...
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  #9 (permalink)
Alt 25.05.2007, 16:46
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Zitat:
Zitat von Apple_Blossom

also ich glaube nicht,dass es in eine heten-und homogesellschaft mutiert,aber es könnten einzelne gruppen entstehen...

Ne, so heftig wirds wohl nicht, will auch niemandem einen Vorwurf daraus machen, ganz gleich ob homo oder hetero, muss letztendlich jeder selber wissen und hängt ja auch schließlich nicht/selten mit der sexuellen Neigung zusammen, wen man gut/schlecht leiden kann
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  #10 (permalink)
Alt 27.05.2007, 18:10
...Schneewitchen...
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Ich weiß nicht, wer es mitbekommen hat, aber der diesjährige Christopher Street Day wurde zuerst komplett verboten und bei der unerlaubten Demo wurden die Teilnehmer verprügelt, die Polizeit schaute zu und ein Wahlspruch der besonders Glaübigen war "Tot den Schwulen"...
Was sagt ihr dazu?
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"If Yoda can't give me a better advice then Yoda needs to shut the fuck up"
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