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War das schon alles?
Hallo,
eigentlich wollt ich einen eigenen Topic verfassen, aber ich glaub, dies ist nun nicht mehr nötig, da meine Antwort auf dieses Thema im Grunde alles beinhalten wird was ich in meinem eigenen reingeschrieben hätte.
Tja, ich bin eher ein wenig entäuscht als begeistert. Vielleicht weil ein zu großer Hype um die ganze Serie gemacht wurde. Ich hab sie wirklich noch nie gesehen, weder im Original noch auf Deutsch auf DVD. Irgendwie hab ich mir etwas mehr vorgestellt. Allerdings muss man sagen, es war ja erst die allererste Folge, da will ich mir kein wirkliches Urteil erlauben. Verglichen hab ich diese Folge natürlich mit der ersten Folge von "Queer as Folks" und deshalb meine Entäuschung. Beide wurden ja von Showtime produziert, und ich hab "The L-Word" immer als eine Art von Ableger von "Queer" angesehen. Nicht im Sinne von "Dynasty" zu "Die Colbys", aber als klar von einem Format ausgehendes neues Format. Nach dem Motto: Was mit Schwulen geht, geht auch mit Lesben. Die Serien sind aber von der erotischen Seite her sehr unterschiedlich.
Ich bin keine Großstädterin, aber hab als lang bekennende Lesbe doch schon auch im Kleinstadtbereich meine Erfahrungen gesammelt. Was mir immer aufgefallen ist bei "Queer" war die unglaublich freizügigen Szenen bei den Männern, den Schwulen. Im Vergleich dazu waren die Szenen mit dem Lesbenpaar ziemlich fad. Manch Schwuler hat sich sogar daran gestört (!), dass zu viel Sex und nackte Männerhaut gezeigt wurde, im Vergleich zu den Lesben, weil dadurch eine zu starke Unterscheidung gemacht wurde zwischen weiblichen und männlichen Homosexuellen. Die Männer, die die ewig kopulierenden waren, die nur an das "Eine" dachten und die Frauen, die eher brav, dezent und (irgendwie schon) treuer waren. Irgendwie fand ich dies auch. Lesben können auch ganz schön aufdrehen und Spaß haben, und ich hab wirklich Parties erlebt, die nicht so züchtig waren, wie die hier gezeigten. Parties, die eher etwas aufgeladener waren, so wie bei den Schwulen in der Serie. Aber egal, denn nun sollte ja "L-Word" kommen. Allerdings erinnert die erste Folge in ihrer Ästhetik doch eher an die Lesben Welt von "Queer". Vergleicht mal die Orgienszenerie im "Queer" Pilot mit "L-Word" Pilot. Ich hätte gerne auch wenigstens ein Drittel von dem in dem L Word Pilot gehabt. Es wirkt alles so zaghaft hier, außer natürlich im Verbalen. Darin sind die Amis ja immer ganz groß. Manch Non-Pay Sender hat da schon "Heißeres" gezeigt zwischen Heteros. Natürlich bin ich nicht nur an den Sexszenen interessiert, aber Frauen können und wollen mehr als nur "quatschen" und ein paar dezente, ästhetische Bildchen sehen. Dieses wirkte eher wie eine Serie, die Hetero-Damen nicht auf die Füße treten will und Hetero-Männern von vornherein als Zuschauer vor dem Bildschirm weghaben will. Als ob man das Konzept für "Nip/Tuck" (eine absolut an Hetero Girls [damit natürlich auch mit Schwulen als Nutznießern] ausgerichtete Serie) weiter spinnen wollte. Wie gesagt, ich bin zwar keine "Großstadtdame", aber ich kenn Ladies, die durchaus was in Richtung "Queer für Frauen" vertragen können. Aber wie gesagt, es war ja erst die erste Hälfte des Pilots. Ich will nicht zuviel da reinlegen, aber im Vergleich zu "Queer" ist dieses Dezente schon auffällig. Letztlich ist vieles natürlich auch Geschmackssache, nur fällt mir es schon öfters auf, dass man die "männlicheren" von uns (die gibt es tatsächlich), immer ein wenig vergisst. Die allgemeine Ästhetik der Serie gefällt mir jedoch ausnehmend gut, auch manche der Damen sind sehr ansprechend, der Plot ist weder besser noch schlechter erzählt als bei "Queer". Vom Inhalt her ist das Thema mit dem Samenspender allerdings ziemlich abgegriffen. Aber auch dies wird sich ja sicherlich ändern. An dem Thema kann man ja nicht ewig dran rumkauen. Hoffentlich! Interessant ist auch - im Vergleich zu "Queer" -, dass hier relativ bekannte Schauspielerinnen vorkommen. Bei "Queer" war jedes Gesicht für mich neu. Hier sind einige schon bekannter. Narürlich sind alles keine Weltstars, und die Karrieren von Mia Kirshner, Erin Daniels, Jennifer Beal, Pam Grier, Karina Lombard sind nicht gerade steil nach oben verlaufen (eher bis vor kurzem im Sande versickert), alle waren wohl eher genötigt diese Rollen anzunehmen. Jeder weiß, dass über den Weg der Serie, man wirklich zum Star werden kann, und es auch länger bleiben kann. Dies gilt auch für "Desperate Housewives" und natürlich "Sex and the City". Alles relative Unknowns, welche ihren wirklichen Karriereschwung erst durch die Serie bekamen. Vielleicht sind deshalb unsere weiblichen Stars etwas zurückhaltender als die absoltut unbekannten männlichen No Names von "Queer", die gar keine andere Wahl hatten, als "voll loszulegen". Ein gewisser Status hilft schon bei manch Vertragsschließung. Und den haben ja trotz alledem die Beals, Kirshner und Co. Dies ist vielleicht auch ein Grund für diese Dezenz. Letztendlich werde ich natürlich weiter gucken und mich trotz allem auf die weiteren Folgen freuen. Vielleicht bekommt die Serie ja auch von Staffel zu Staffel ein verändertes Gesicht.
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