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Alt 20.08.2008, 18:03
midnightnowhere
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Hallo catherine,

zunächst zu Deinen persönlichen Fragen: Ja, ich bin ein Mann. Ich schaue mir die Serie tatsächlich aus reinem Interesse an (und im übrigen auch nicht wegen der Sex-Szenen. Wenn es darum ging, gäbe es anderes - expliziteres - Material ). Ich habe ja schon am Anfang geschrieben, dass mich neue Serien oder Serien, die ich nicht kenne, allgemein interessieren. "The L word" als Serie ganz generell ist jedenfalls sicher nicht die Schlechteste; auch wenn ich sie auf Dauer ein wenig ermüdend finde und das Drehbuch irgendwie kaum interessante Abwechslung, geschweige denn Überraschungen bietet. Aber egal, darum geht es ja nicht.
Zu Deinem Vorwurf: Ich bin nicht kleinlich. Ich bin nicht weicher als andere, aber trotzdem ich dusche gerne warm (wie wohl die meisten) Und Geld bezahle ich für das Ansehen der Serie auch nicht (bitte nicht anschwärzen )

Zum Thema: Es ist interessant, dass du gleich aggressiv auf meine Eindrücke reagierst. Ich würde Dir an dieser Stelle unterstellen, dass ich scheinbar einen wunderen Punkt getroffen oder mich zumindest der Wahrheit angenähert habe. Ich benötige keinen geschichtlichen Abriss über die scheinbar (oder ideologische-zusammengeschusterte) patriarchialische Herrschaftsgeschichte, und ich brauche keine Belehrungen über die Emanzipationsbewegung und die legitime Einforderung geschlechtlicher Gleichberechtigung. Das alles ist geschenkt.

Offenbar willst Du mir zwischen den Zeilen unterstellen, ich sei einer jener, welche Frau gern zurück an Heim und Herd hätte, oder ich sei einer jener, der irgendwelche sexuellen Eifersüchte gegen homosexuelle Frauen hegte. Tatsächlich aber habe ich eingangs lediglich eine simple Frage gestellt. Die lautete wie folgt: Sind die in der Serie L-Word präsentierten Stereotypen wirklich in der lesbischen Szene üblich bzw. wiederzufinden? Diese Frage hast Du ja zumindest teilweise beantwortet - offenbar sind sie es nämlich schon.

Ich hatte mir von der Serie tatsächlich einen tieferen Einblick in die "lesbische Lebenswelt" erhofft - das wäre in der Tat mal ein spannendes Serienthema gewesen. Leider wirkt die Serie streckenweise wie ein Propaganda-Produkt, oder wie eine Selbstvergewisserung nach dem Muster "keine Sorge. Du machst das schon richtig." Nachdem in der letzten Folge, die ich mir angeschaut habe, eine der Charaktere eine Schockpistole auf einen Mann abfeuerte (die sind im übrigen nachgewiesenermaßen höchst lebensgefährlich), habe ich nun endgültig mit der Serie gebrochen. Soviele männerfeindliche Klischees gepaart mit propagandistischem Unterton ("Wir sind die besseren Menschen") ist mir jedenfalls schon lang nicht mehr untergekommen - nein, auch nicht in Serien, die sich an heterosexuelle Männer richten.

Keine Sorge, meine Beiträge hier sind völlig frei von Vorurteilen und frei von geschlechtsspezifischem Beleidigtsein. Ich bin nur darüber überrascht, dass sich eine Gruppe, die sich "Diversity" auf die Fahne schreibt, derartige Ignoranz an den Tag legt. Wie gesagt, ich habe schon weitaus schlechtere Serien gesehen. Es bekommt nur eine zusätzliche Dimension, da diese Serie ja immerhin eine gesellschaftliche "Randgruppe" thematisiert - einen ernsthaften Einblick für einen interessierten Außenstehenden bietet sie leider nicht.

Zum Abschluss: Den heraufziehenden Geschlechterkrieg gewinnen wir ohnehin - das hat allein schon physiognomische Gründe!

mfg

Geändert von midnightnowhere (20.08.2008 um 18:17 Uhr).
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