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Alt 17.08.2008, 20:08
midnightnowhere
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midnightnowhere befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard männliche Sterotypen

Hallo allerseits,

als Freund amerkanischer TV-Serien - oder besser solche, die vor allem ungewöhnliche Geschichten und Charaktere in den Fokus nehmen - habe ich mir, nachdem ich momentan alles mögliche schon durch habe, "the L word" vorgenommen. Ich schaue es im amerikanischen Original mit Untertiteln und bin momentan Mitte der zweiten Staffel angenommen.

Was mich nun schier in den Wahnsinn treibt, sind diese Stereotypen von Männern in dieser Serie. Natürlich weiß ich, dass ich mir als Heterosexueller eine Serie anschaue, die sich - nehme ich an - vor allem an ein lesbisches Publikum richtet. Und dennoch: die platten Männer-Charaktere stoßen mir sehr auf und werfen ein eigenartiges Licht auf die lesbische Szene. Zumindest finde ich persönlich, dass hier mit arg platten und teils sehr männerfeindlichen Klischees agiert wird.

Wie gesagt, bin ich bisher lediglich in der Mitte der zweiten Staffel und kann nicht abschätzen, wie sich die Geschichte weiter entwickelt. Doch folgende Sterotypen sind bisher zu erkennen:

1. Der Idiot
Der Idiot ist ein Mann, der offensichtlich keinerlei Empathie besitzt. Er ist derjenige, der nicht merkt, dass er mit einer homosexuellen Frau zusammen ist. Diese Frau hintergeht ihn, betrügt ihn - man kann auch sagen, findet sich selbst - ohne, dass er auch nur einen Anflug von Verdacht schöpft. In der ersten Staffel finden wir den Idioten gleich mehrfach. Er ist eine simple Karrikatur; vielleicht ein netter Mensch mit Gefühlen und vielleicht ein wenig zu gutgläubig. Er ist allerdings vor allem eines: langweilig. Seine Langweiligkeit ist in jeder Szene greifbar. Kein Wunder also, dass sich die Frau an seiner Seite jemand anderem zuwendet und beginnt, zu betrügen. Und wo findet sie Spannung, Erotik und Liebe? Natürlich bei einer anderen Frau, beim selben Geschlecht. Der Mann wiederum ist und bleibt der Idiot - und wird nach Möglichkeit schnell aus dem Drehbuch rausgestrichen.

2. Der Trottel
Der Trottel ist ein Mann, der sich irgendwo zwischen Identitäskrise, Homosexualität und geistiger Verwirrung bewegt. Wir treffen ihn ebenfalls in Staffel 1, und zu Beginn der zweiten Staffel vereinzelt an. Er ist für das Drehbuch vor allem dann von Interesse, wenn sich eine der bisexuellen weiblichen Charaktere für einen Mann interessiert. Der Trottel ist dann derjenige, der wegen übertriebener Charakterschwächen die fehlgeleitete Frau wieder auf den richtigen Kurs bringt: nämlich da, wo sie hingehört - ins lesbische Lager eben. Der Trottel ist zwar nicht langweilig, aber unattraktiv, irgendwie "komisch", ebenfalls eine Karrikatur.

3. Der Bösewicht
Der Bösewicht tritt in Reinform nun irgendwann in der 3. oder 4. Folge der 2. Staffel auf. Er hat offenbar keinerlei Gefühl und tut vor allem böse Dinge. Er installiert Kameras, um in das Intimleben der Frauen einzudringen, er betrügt und hintergeht. Auch in diversen Rückblenden treffen wir auf den Bösewicht, entweder als Ex-Freund bzw. Ex-Mann oder, gelegentlich, als verständnisloser Vater oder skrupelloser Manager. Der Bösewicht ist die ultimative Überstreigerung des Bildes vom gefühllosen Mann. Er gerät vor allem dann in den Blick, wenn das Drehbuch zwischen all den hübschen und "guten" Frauen mal wieder so ein richtiges Arschloch notwendig wird.

Liebe Frauen. Nehmt es mir nicht übel, aber sind das etwa die männlichen Sterotypen, die in der lesbischen Szene kusieren und bestätigt werden wollen? Ist der Mann entweder Trottel, Iditiot oder Dämon? Ehrlich gesagt, finde ich diese Verengung ziemlich absurd, sogar ein klein wenig aggressiv. Ich, der keinerlei Kontakt zur homosexuellen Bewegung pflegt - aber auch wenig bis nur durchschnittliche Vorurteile besitzt-, fühle mich von der Serie zunehmend abgestoßen.

Was mich nun interessiert: Reflektiert die Serie tatsächlich das lesbische Bild vom Mann?
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